Europadiskussion im Generalkonsulat Istanbul

Zu dem Thema « Europe, Turkey and the Black Sea Region – Competition or Partnership » fand im Rahmen der Sustainable Future Campaign, die Nachhaltigkeitsinitiative der Hochschulliga für die Vereinten Nationen (Akademisches Forum für Außenpolitik), im österreichischen Generalkonsulat in Istanbul ein Round Table mit dem Türkeiexperten Gerald Knaus, Präsident der European Stability Initiative, statt. Im wunderschönen Ambiente des Kaiserzimmers des Generalkonsulats hielt Knaus seinen Vortrag „A new Turkey“, der aktuelle Themen, v.a.den wirtschaftlichen Aufschwung der Türkei, analysierte. Die türkische Wirtschaft gehört zu den am schnellsten wachsenden der Welt und zählt mittlerweile zu den 15 größten Volkswirtschaften weltweit. Der türkische Export belief sich 2010 auf 113 Milliarden US-Dollar – im Vergleich zu 28 Milliarden US-Dollar im Jahre 2008. Allerdings muss die Regionalentwicklung noch angekurbelt werden, denn ein großer Teil der Türkei wird nach wie vor von Arbeitslosigkeit und Armut beherrscht. Als eines der Modelle wirtschaftlichen Erfolgs nannte Gerald Knaus unter anderem jenes der türkischen Firma Istikbal, der größten Bett- und Sofaherstellfirma der Türkei, die 40% des türkischen Marktes innehat als auch die Teppichherstellung in Kayseri. Weitere Erläuterungen gab uns Knaus zur Kopftuchdebatte, der Rolle der Frau, der demographischen Revolution, sowie zu neuen religiösen Trends und zu den letzten Parlamentswahlen im Juni 2011.

Bezüglich der stockenden Beitrittsverhandlungen zwischen der Türkei und der Europäischen Union vergleicht Knaus die Beziehungen zwischen der Türkei und der EU als „katholische Ehe“, in welcher eine „Scheidung nicht vorgesehen ist“, allerdings ist die einzige zurzeit vorstellbare besondere Partnerschaft ein fortwährender Beitrittsprozess. Ob diese Ehe eine glückliche wird oder nicht bleibt noch offen. Auf die Frage wie seiner Meinung nach Stereotypen wie die des „bösen Moslems“ bekämpft werden können, forderte Gerald Knaus das Publikum auf, falsche Klischeevorstellungen zu korrigieren, indem man das Land bereist und sich eines Besseren belehrt. Dies hat das Team der Sustainable Future Campaign gemacht und kann es nur weiterempfehlen. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an Gerald Knaus für seinen aufschlussreichen Vortrag und an Vizekonsul Thomas Wastian für den einzigartigen Empfang in den Räumlichkeiten des Generalkonsulats!

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