Expertendiskussion „Social Media & Revolutionen im arabischen Raum“

Bei dieser von der Sustainable Future Campaign organisierten Veranstaltung diskutierten auf Einladung von Michael Pfeifer (Präsident der Hochschulliga für die Vereinten Nationen) im Clubraum der Österreichischen Gesellschaft für Außenpolitik und der Vereinten Nationen Nadja Bernhard (ORF), Heba El Samahi (Studentin der Medieninformatik an der TU Wien), Robert Schischka (Geschäftsführer der Österreichischen Domainverwaltung nic.at und Leiter des nationalen Computer Emergency Response Teams cert.at), Konrad Becker (Präsident des World Information Institute) und ich unter der Moderation von Günter Felbermayer (Chef vom Dienst Die Presse Digital) über die Rolle sozialer Netzwerke während der Unruhen im arabischen Raum.

Für Heba El Samahi, Studentin in Wien mit ägyptischen Wurzeln, hat Facebook jedenfalls eine bedeutende Rolle in Zusammenhang mit den Aufständen im arabischen Raum. Facebook sei eine Plattform, die mittlerweile nicht nur mehr von den jüngeren Generationen genützt wird und biete die Möglichkeit, Informationen rasch auszutauschen und sich untereinander zu vernetzen. Auch die ORF Journalistin Nadja Bernhard, die während der Aufstände in Ägypten war, sieht soziale Medien als wichtigen Informationsbeschleuniger, da Journalisten anfangs gar keine Möglichkeit hatten, an Bilder zu gelangen: Auf YouTube konnte die Außenwelt anhand von Zivilisten selbstgefilmten Videos die Unruhen hautnah miterleben. Konrad Becker steht den sozialen Medien weitaus kritischer gegenüber und geht sogar soweit, die Social Media Plattform Facebook als asozial zu bezeichnen. Seiner Meinung nach biete Facebook keine Anonymität und so können Regimegegner schnell verfolgt und verhaftet werden. Internetspezialist Robert Schischka entgegnete Konrad Beckers Kritik, dass Facebook durchaus seinen Beitrag zu den

Unruhen leistete, auch wenn es seiner Meinung nach nicht alleiniger Auslöser der Revolution war. Meiner Meinung nach darf die Kraft der sozialen Medien in diesem Zusammenhang nicht unterschätzt werden: Es hat schon etwas zu bedeuten, wenn eine Facebook Gruppe wie „6th of April Youth Movement“ binnen eines Tages 30.000 neue Fans zählt. Es bedarf sehr wohl eines organischen Hintergrunds, damit Bewegungen auf Facebook entstehen! Ohne die Social Media hätten sich die Revolutionen im arabischen Raum nie so schnell entwickelt.

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