Mobile Marketing Innovation Day 2017

© Philipp Lipiarski / www.goodlifecrew.at Einmal mehr war der Mobile Marketing Innovation Day das Gipfeltreffen der Branchenexperten und der Hotspot geballter nationaler und internationaler Expertise. Rund 650 TeilnehmerInnen des MMID lauschten gebannt bahnbrechenden Keynotes von Top-Speakern von Google, Facebook, Zalando, Mastercard, T-Mobile, ORF und vielen mehr. Projektmanager Daniel Bessler, das JMC Team und ich holten Top-Speaker wie Ralf Ohlenbostel und Giulia Tobaldin (Zalando), Mastercard Österreich-Chef Gerald Gruber, T-Mobile Online Product Manager Paul Stuefer, Alexandra Fida (ORF), Désiré Athow (Techradar London), Susann Fischer (Facebook/Instagram Dublin), Martin Heller (IntoVR Berlin), Lars Schmiedgen (LOVOO Dresden), Dominik Wöber (Google Hamburg), Markus Buchner (atms), Wolfgang Stockner (mobile-pocket), Christine Bachler (UBER Eats) und viele mehr in die Bundeshauptstadt, um ihre Erfahrungswerte und Insights zum Thema Mobile Marketing mit den interessierten BesucherInnen zu teilen. “Brand Building in a Mobile World”: Susann Fischer, extra von den europäischen Headquarters von Facebook/Instagram in Dublin eingeflogen, gab beeindruckende Zahlen zur Nutzung von Facebook auf mobile Devices preis. User verbringen heutzutage täglich mehr als drei Stunden am Smartphone, 87 Prozent davon in Apps. In Österreich nutzen mehr als 3,3 Millionen User Facebook monatlich auf dem Smartphone und mehr als 2,6 Millionen sogar täglich. 72 Prozent recherchieren Produkte online auf dem Smartphone, daher nutzen immer mehr große Unternehmen Mobile Marketing, um ihre Zielgruppen zu erreichen. Laut einer aktuellen Umfrage nehmen 82 Prozent der Menschen Video-Ads am Smartphone mit einer höheren Aufmerksamkeit wahr als am TV. Die drei Hauptfaktoren für erfolgreiche Kampagnen auf Facebook sind Targeting, Platzierung und Kreativität. Smart Targeting, also die Abstimmung auf die richtige Zielgruppen, spielt hier eine besonders große Rolle. Die Marke Tchibo hat für ihre Facebook Kampagne sieben relevante Zielgruppen festgelegt und diese mit sieben kurzen Short Mobile Feed Video Ads bespielt. 90 Prozent aller User die eine Ad online gesehen haben, haben später am Point of Sale einen Kauf getätigt, obwohl sie nicht einmal auf die Ad geklickt haben. “Artificial Intelligence: A digital Transformation Accelerator”: Paul Stuefer von T-Mobile Austria sprach über künstliche Intelligenz und die damit einhergehende digitale Transformation. Die Konkurrenz am Lautsprecher-Assistenten Markt wird mit Apples Siri, Googles Home, Microsofts Cortana oder Amazons Echo Alexa immer härter. Auch T-Mobile hat die Entwicklung zur Artificial Intelligence schnell erkannt und vor drei Jahren Tinka, eine interaktive Kommunikations-Assistentin für Kunden, eingeführt. T-Mobile möchte sich damit von anderen Telecom-Anbietern differenzieren, Kundenprobleme schnell erkennen und lösen und somit die Marke und all ihre Services nahe an den Kunden bringen. Durch die Einführung künstlicher Intelligenz hat sich der Arbeitsmodus verändert, jedoch werden durch A.I. nicht Arbeitsplätze abgebaut, sondern die Arbeit der Kundenbetreuer erleichtert. Zurzeit interagieren bereits 500.000 User mit Tinka und die Tendenz ist steigend. “Die Zukunft des Smart Payments Wie werden wir in der Zukunft bezahlen?”: Diese Frage stellen sich zurzeit Banken, Unternehmen und Kunden. Laut Gerald Gruber, General Manager von Mastercard, ist die Frage des Bezahlens in der Zukunft noch offen. In einer Zeit des technologischen Wandels und der Herausforderung der digitalisierten Welt gibt es mittlerweile 300 unterschiedliche Bezahlmethoden. Rund 250 Start-ups befassen sich mit Payment als Kern- oder Randbereich. Schnelles, sicheres Bezahlen ist die Kernfrage in der digitalen Transformation mit der sich Buzzwords wie Biometrics, Digital Currencies und Blockchains, Robotics, Chatbots, Virtual Reality, A.I., Wearables oder Internet of Things befassen. Biometrics wie Fingerprint, Gesichts- oder Iris-Scan werden weltweit schon erfolgreich eingesetzt. Mit künstlicher Intelligenz soll die Kundenschnittstelle automatisiert und die Kunden vor Betrug bewahrt werden. Mit der Entwicklung des Internet of Things entstehen immer mehr neue Geschäftsmodelle, die alle Devices und Gegenstände im Haushalt miteinander vernetzen, wie zum Beispiel der Samsung Kühlschrank der automatisch fehlende Lebensmittel nachbestellt oder das smarte Auto, bei dem über das On Board System bestellt und bezahlt werden kann. Noch laufen weltweit jedoch 85 Prozent aller Transaktionen in bar ab. “Conversational Marketing: New Power for Customer Service & Marketing”: Heutzutage ist eine Welt ohne Smartphone und ohne Internet unvorstellbar. Messaging Services haben mittlerweile Social Networks in einer explosionsartigen Verbreitungswelle überholt und sind weiter auf dem Vormarsch. Immer mehr Unternehmen digitalisieren ihre Geschäftsprozesse via Messaging Services. Markus Buchner (atms) unterstreichtdiese Entwicklungen mit aktuellen Zahlen von Nutzern pro Monat: WhatsApp und Facebook Messenger liegen hier bei 1,2 Milliarden, WeChat bei 806 Millionen, Skype bei 300 Millionen, Viber bei 240 Millionen und Telegram bei 170 Millionen Nutzern. Mehr als 93 Prozent nutzen Messaging Services auf Mobile Devices. Messaging Services haben den Vorteil, dass sie eine globale Reichweite haben, kostenlos für den Nutzer, schnell und multimedial anwendbar, dialogfähig, einfach bedienbar, automatisierbar und shareable sind. Dadurch wird den Kunden bestes Service geboten auf einem Mehrwegkanal geboten, bei dem die Unternehmen direkt mit dem Kunden in Kontakt treten können. Der Hype um Apps sinkt stetig, manche Unternehmen sind sogar nur mehr über WhatsApp zu erreichen. “How to use 360 Grad Videos/VR for Brands”: Martin Heller von intoVR aus Berlin erzählte am Beispiel von Audi wie Automobilhersteller Virtual Reality für werbliche Zwecke einsetzen, so konnten sich Audi Kunden in Norwegen in einem Sandkasten ihre eigene Rennstrecke bauen, die sie dann mithilfe einer VR-Brille auch abfahren konnten. 360 Grad Videos lassen sich mittlerweile schnell und einfach mit der Hero Freedom 360 oder der Samsung Gear 360 produzieren und direkt online stellen. Immer mehr Unternehmen nutzen 360 Grad Videos um ihren Kunden eine hautnahe Experience zu liefern. “One-Step-Checkout at POS – A Smart Combination of Loyalty and Payment”: Immer mehr Mobile Pockets etablieren sich am Markt obwohl das Transaktionsvolumen in Österreich noch gering ist, laut Wolfgang Stockner von mobile pocket. Händler und Banken verlieren immer mehr den Kundenkontakt und es wird höchste Zeit zu handeln. Erfolgreiche Unternehmen begleiten ihre Kunden auf dem gesamten User Journey. Gezielte Ansprache der Konsumenten und vielfältige Möglichkeiten am POS schaffen hier neue Kaufimpulse. Bezahlen so einfach wie möglich zu gestalten, die Daten anonym zu sammeln und den Kunden mit gezielten Angeboten am Besten zu servicieren sind hier Erfolgsfaktoren. Mit der Schwesterfirma Blue Code wird die loyale Kundenbindung und Bezahlung in einem Schritt möglich so ist der User Journey für Händler und Banken abgedeckt. Hier liegt der Fokus auf der optimalen Customer Experience. Alles wird auf den Nutzer zugeschnitten: Kundenkarten digitalisiert und Bezahlung einfach mittels Barcode auf dem Smartphone im One-Step-Checkout an der Kassa möglich. Auch auf Großevents wie zum Beispiel dem Oktoberfest in München soll die Zahlung per Mobile Pocket demnächst eingesetzt werden. “How the Future of Mobile Technology could influence Mobile Marketing”: Mit der Einführung des iPhones 2007 hat Apple den gesamten Markt verändert und seitdem bewegen sich alle Trends in Richtung Mobile Device, weg vom Desktop. Mittlerweile nutzen 90 Prozent der User Facebook am Smartphone. Mobile Phones sind heutzutage der dominante Market Driver laut Désiré Athow von Techradar London. “Performance Marketing Driven by Machine Learning”: Knapp 90 Prozent aller Österreicher besitzen ein Smartphone und die mobile Nutzung nimmt immer weiter zu. Dominik Wöber von Google Hamburg erklärte wie das maschinelles Lernen auf Algorithmen von Google für die Bewerbung von Produkten eingesetzt wird. Der Google Translate Algorithmus ist mittlerweile zu fast 80 Prozent akkurat. Im Durchschnitt lädt eine Website 22 Sekunden mit 3G am Smartphone, die User Erwartung liegt jedoch bei zwei Sekunden. Der Desktop Traffic sinkt stetig dafür steigt die Nutzung am Smartphone und Tablet. Gerade für Reiseunternehmen ist Mobile Marketing sehr wichtig denn die Kunden recherchieren über das Smartphone, buchen aber dann am Desktop. Mehr als 50 Prozent aller Kunden nutzen noch Last Click Modelle, im Vergleich nur 23 Prozent Daten getriebene Modelle. Drei Gründe dafür sind das fehlende Know-how, die mangelnde Zeit und technische Einschränkungen. In Österreich werden noch immer 95 Prozent des Handelsumsatzes offline gemacht. “Start ups: The Key Driver for Shaping our Disruptive Future”: Die digitale Transformation und der rasante wirtschaftliche Wandel sind fundamental nicht umkehrbar. Heute wird alles digitalisiert und ohne Digitalisierung wird kein Unternehmen überleben. Laut Business Angel Michael Altrichter gibt es zehn Prozent der Unternehmen nicht einmal mehr, die vor 50 Jahren in den Fortune 500 waren und entsprechend dem Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit in Deutschland werden bis 2025 1,5 Millionen Arbeitsplätze verschwinden. 2016 stehen nur mehr Tech-Unternehmen wie Apple, Google und Facebook weltweit an der Spitze, trotzdem sind nur sechs Prozent deutscher Unternehmen überzeugt, dass Digitalisierung wichtig ist. Auch Österreich muss im digitalen Sektor dringend aufholen und darf sich nicht länger als Land der Bausparer und Unternehmenskritiker sehen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wird gerade die Factory 300, ein Start-up Campus in Linz entwickelt, der als innovatives Förderinstitut für Start-ups in Österreich dienen soll. The Mobile Evolution – Apps, PWAs and other Monsters Zum krönenden Abschluss gaben Ralf Ohlenbostel und Giulia Tobaldin von Zalando Berlin nach einer kurzen Zusammenfassung über die Entwicklung am Mobile Marketing Sektor, einen Ausblick auf zukünftige Trends wie Progressive Web Applications (PWA), einer Hybridversion von regulären Webpages und native Apps, die das Beste aus beiden Welten verbinden.

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